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15.09.2016, 07:00 Uhr

JU ist zutiefst beunruhigt über die neuen Zahlen zur Kinderarmut

Die Junge Union Gelsenkirchen (JU) zeigt sich besorgt über die Entwicklung der Kinderarmut in Gelsenkirchen.

Nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung beträgt der Anteil armer Kinder in Gelsenkirchen 38,5 Prozent. Mehr als jedes dritte Kind unter 18 Jahren in Gelsenkirchen lebt hiernach in einer Familie, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen ist. Kinderarmut hat weitreichende Folgen auf die Entwicklung der Kinder und deren Bildungschancen.

„Nach dem Anstieg bei den Schulabgängern ohne Abschluss und der Jugendarbeitslosigkeit ist dies nun die dritte Schreckensnachricht innerhalb kürzester Zeit, die junge Menschen in Gelsenkirchen betrifft“, erklärt der Vorsitzende der JU, Andreas Batzel.

„Natürlich muss der Bund seine Unterstützung für Kommunen wie Gelsenkirchen, die vom Strukturwandel und Zuzug aus Südosteuropa besonders betroffenen sind, erhöhen. Hier erwarten wir auch, dass sich die Stadtspitze bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales dafür einsetzt, dass Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket erhöht werden“, so Batzel weiter.

Allein der Hinweis auf die starke Zuwanderung aus Südosteuropa nach Gelsenkirchen, welche mit einem Zuzug von sehr vielen Kindern aus dem Ausland einhergeht, stelle aus Sicht der Jungen Union jedoch keine vollständige Analyse dar. Zumal seit Oktober 2013 ein Konzept zur Südosteuropazuwanderung vorliegt, welches als Handlungsfelder u.a. auch Integration, Arbeit und Bildung im Fokus hat.

„Was uns beunruhigt, ist der enorme Anstieg in Gelsenkirchen von 32,7 Prozent (2011) auf 38,5 Prozent (2015) im Vergleich zu anderen Ruhrgebietsstädten“, gibt Batzel zu Bedenken.

Bei genauerer Betrachtung der Zahlen aus der Studie werde deutlich, dass in Städten, die ebenfalls eine hohe Zuwanderung aus Südosteuropa zu verzeichnen hatten, der Anstieg nicht so drastisch erfolgt ist wie bei uns in Gelsenkirchen. Während sich die Kinderarmut beispielsweise in Dortmund, Duisburg und Essen um ca. 3 Prozent erhöhte, sind es in Gelsenkirchen beinahe 6 Prozent. Zu berücksichtigen sei hierbei auch, dass der Ausgangswert in Gelsenkirchen im Jahre 2011 bereits besonders hoch war.

Auch in Nordrhein-Westfalen scheint sich die Lage dramatischer zu entwickeln als in den meisten anderen Bundesländern. So gab es der Studie zufolge landesweit neben Bremen und Saarland den stärksten Anstieg bei der Kinderarmut.

„Die Politik der rot-grünen Landesregierung und auch die politischen Entscheidungen der SPD auf kommunaler Ebene sollten in die Analyse miteinbezogen und auf den Prüfstand gestellt werden“, fordert Batzel abschließend.